Kastanie, Rinde, Spitze und Silberlicht
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Spitze, Silber, Kastanien

Es wird kalt und dunkel. Wir alle wissen es, wir alle fürchten es. Innendrin zieht es ab und an, denn der Winter kommt. Trotz beheizter Zimmer, heißen Badewannen, dichter Fenster. Die Schneekönigin greift um sich und lässt Bäume einfrieren, Blumen welken, und selbst der immergrüne Efeu erstarrt zu Eis. Auch das Menschenherz wird bedroht von der Kälte. Deswegen wappnen wir uns schon im Herbst mit der einzigen wirksamen Waffe: der Liebe.

Lampionfrucht, Rinde, Teelicht

Und was wäre die Liebe ohne die Selbstliebe? Was wäre die Liebe ohne die Schönheit?

Deswegen bringen wir von ausgiebigen Spaziergängen, wann waren Spaziergänge je schöner, sehnsuchtsvoller als im letzten Sonnenschein?, Taschen, Körbe, Kisten voll mit Schätzen nach Hause. Und seien wir ehrlich: bringen wir diese Schätze unseren Kindern mit? Unserem Lieblingsmenschen? Der Großmama? Der Katze?

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Ehrlich: Wir bringen sie uns selbst mit. Denn wissen wir wirklich, ob wir auch diesen Winter überleben werden? Wir brauchen die Schönheit als Rüstung gegen das, was kommen mag.

Und Schönheit ist nie schön, wenn sie eine Wiederholung von der Wiederholung ist. Warum nicht Neues zusammenmischen? Warum nicht den Dialog zwischen kalt und warm, Winter und Herbst, auf den Tisch bringen?

Kastanien mit Spitze und Silber

Ich liebe den Kontrast zwischen Silber (bei mir als Teelicht von butlers), Spitze (ein alter Gardinenstoff von ikea als Tischdecke) und den sonnengeleckten Früchten des Herbstes: dunkle Pflaumen, Kastanien, Rinde, wildgewachsene Lampionblumen aus dem Wald. Warum auch nicht eine kleine Muschel als Sommergruß dazwischen? Auch die Muschel ist mittlerweile eine Versteinerung aus einer heißen Zeit, in der wir wirklich, ich kann es mittlerweile nicht glauben, Im BH und in Unterhosen bzw. in Boxershorts am Strand lang liefen und nichts dabei fanden. Gab es eine Zeit ohne Pullover?

Aus biegsamen Ästen der Büsche, die mittlerweile ihr Kleid verlieren, flechten wir einen dekorativen Ring. Die Rinde erinnert uns an die Vergänglichkeit und ach wie schön, sie bietet Blumen und anderen leuchtenden Geschöpfen eine geborgene Wiege. In die rote Vase (Flohmarktfund), die auch mit einem warmen Jäckchen ausgestattet wurde, ist ja nicht nur uns kalt, gelle, die letzte halb vertrocknete Blume gesteckt. Ein Brettchen als center piece und viele Kerzen.

Tischdeki Herbst

 

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Ein Geschenkeanhänger

Wie beginnen echte DIYlerInnen die Weihnachtszeit? Mit bastelnhäkelnstricken. Nein, nicht für sich selber. Sie haben natürlich die Weihnachtsbotschaft richtig verstanden: es geht mal nicht um einen selbst, sondern den anderen.

Und wann beginnt diese wunderbare Zeit für uns? Genau jetzt (Totensonntag gilt nur für die Weihnachtsbeleuchtung am Ku’damm).

Um in Stimmung zu kommen, hab ich folgende selbstgehäkelte Anhänger für kleine persönliche Geschenke entworfen, um sie ein wenig aufzuwerten:

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Ich hab die kleinen Blümchen an eine Schnur gehängt, auf ein Stückchen Leinen den Namen der beschenkten Person mit Stoffmalstift geschrieben, buntes Papier um den Topf in diesem Fall mit Alpenveilchen gewickelt et violà.

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Die kleine Häkelblume braucht nettes Häkelgarn Stärke 2,5 und die passende Häkelnadel.

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Eine Luftmaschenkette mit 6 Luftmaschen häkeln und mit einer Kettenmasche zu einem Kreis schließen.

1. Runde: 4 Luftmaschen, dann noch sechsmal jeweils ein Stäbchen und eine Luftmasche häkeln, mit einer Kettenmasche schließen (insgesamt 7).

2. Runde: 1 Luftmasche, dann in jeden Luftmaschenbogen: eine feste Masche, 3 Stäbchen, eine feste Masche häkeln. Die Runde mit einer Kettenmasche schließen.

3. Runde: 1 Luftmasche, und jetzt hinter den Blütenblättern arbeiten: zwischen zwei Blütenblättern der Vorderreihe jeweils 1 feste Masche 3 Luftmaschen, eine feste Masche, 3 Luftmaschen häkeln, bis 7 Luftmaschenbögen entstanden sind. Mit 1 Kettenmasche schließen.

4. Runde: 1 Luftmasche und in jeden Bogen: 1 feste Masche, 5 Stäbchen, 1 feste Masche häkeln, mit 1 Kettenmasche die Runde schließen.

5. Runde: eine Luftmasche, hinter den Blütenblättern arbeiten, zwischen zwei Blütenblättern der Vorderreihe einstechen, 1 feste Masche, 4 Luftmaschen, 1 feste Masche 4 Luftmaschen usw. Häkeln bis 7 Luftmaschenbögen entstanden sind. Mit 1 Kettenmasche die Runde schließen.

6. Runde: 1 Luftmasche, in jeden Bogen: 1 feste Masche, 7 Stäbchen, 1 feste Masche häkeln. Mit 1 Kettenmasche schließen.

7. Runde: 1 Luftmasche und wie gehabt hinter den Blütenblättern arbeiten, 1 feste Masche, 5 Luftmaschen, 1 feste Masche usw., bis 7 Bögen entstanden sind und wie immer mit 1 Kettenmasche schließen.

8. Runde: letzte Runde, 1 Luftmasche, in jeden Bogen: 1 feste Masche, 8 Stäbchen, 1 feste Masche arbeiten, am Ende mit Kettenmasche schließen, Garn abschneiden und Enden vernähen.

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Wir bauen uns: ein Insektenhotel

UPDATE: 02.11.14:
Unser Insektenhotel wurde nochmal komplett umsaniert, entkernt und neuerfunden. Ob kurz vorm Winter noch Gäste einziehen ist fraglich. Ich werde berichten.
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Wie man sehen kann, hab ich mich mittlerweile etwas belesen und weiß nun, daß die lieben Insekten gerne in Halmen, Röhren und so weiter überwintern. Also wurden ein paar Brombeerstängel mit dem Schraubenzieher bearbeitet, Papierstrohhalme gekürzt und ein bißchen Stroh hab ich auch noch gefunden.

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